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Kleben

Hole Covering – das Verschließen von Löchern in der Karosserie – ist in der Automobilbranche ein großes Thema. Klar, denn in einer einzelnen Karosserie befinden sich bis zu 220 Löcher, die im Produktionsprozess eines Autos wieder abgedeckt werden müssen. Das macht rund 10 Milliarden Löcher pro Jahr. tesa löst das komplexe Thema Hole Covering auf intelligente Weise mit seiner Kernkompetenz: Klebeband-Lösungen, die ein Autoleben lang zuverlässig haften und sich zugleich wesentlich leichter und schneller verarbeiten lassen als herkömmliche Stopfen – in Zukunft auch mit Robotern.

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Johanna Schörck, Christina Zucker-Henkel

Aber warum hat eine Autokarosserie so viele Löcher? Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum Beispiel gibt es Gewinde- und Bohrlöcher, die dauerhaft oder temporär verschlossen werden müssen. Andere Öffnungen ermöglichen die Montage schwer zugänglicher Bauteile, dienen Transportzwecken oder werden im Tauchlackierungsprozess benötigt, damit der Lack überall hin- und auch wieder abfließen und somit ein lückenloser Korrosionsschutz gewährleistet werden kann.

Bis zu 220 Löcher pro Autokarosserie

Die meisten davon müssen im Produktionsprozess wieder verschlossen werden.

Damit aber in der Nutzungsphase des Autos weder Feuchtigkeit noch Schmutz in Karosseriehohlräume eindringt und der Fahrtwind keine Geräusche durch Luftverwirbelungen verursacht, müssen die Öffnungen selbstverständlich wieder abgedichtet werden. Dies geschieht häufig nach wie vor mit Stopfen aus Kunststoff, Gummi oder Metall, ein zeit-, kraft- und personalintensiver Vorgang, denn die Löcher sind unterschiedlich groß und haben verschiedene Formen. Das heißt: Damit der Stopfen seinen Zweck voll erfüllt, muss er genau passen und entsprechend mit viel Kraft in die richtige Öffnung gepresst werden.

Vorteile, die haften bleiben

Mit seinem Hole-Covering-Sortiment hat tesa eine Alternative geschaffen: vorproduzierte Stanzteile in unterschiedlichen Größen und in diversen Klebeband-Designs, die entscheidende Vorteile gegenüber den herkömmlichen Stopfen bieten. Während die Stopfen passgenau sein müssen, ist es möglich, mit einer Stanzteilgröße unterschiedlich große Löcher zu verschließen. Das reduziert die Komplexität und spart Zeit.

Vorproduzierte Stanzteile statt Stopfen

Die „Klebepunkte“ lassen sich leicht vom Trägermaterial lösen und auf die Löcher kleben.

Wir haben uns darauf spezialisiert, Formen, Größen und Eigenschaften unserer Produkte genau auf die Anforderungen unserer Kunden abzustimmen.

Alexander Knittler, 
Product Management tesa Automotive

Auch das Aufbringen der Stanzteile ist wesentlich einfacher als das Eindrücken der Stopfen in die Löcher. Das spart Kraft. Ein weiterer Pluspunkt: Die Klebepunkte sind um ein Vielfaches leichter als die Stopfen. Das spart Gewicht – eine wesentliche Anforderung der Automobilindustrie, wenn es um das Thema Spritsparen bei „Benzinern“ bzw. Reichweite bei E-Mobilen geht. Zudem können die Klebeband-Lösungen unterschiedliche Zusatznutzen bieten: Wasserdichtigkeit, Hitzeresistenz, Geräuschdämpfung und Durchstoßfestigkeit.

ca. 1 Mrd.

LÖCHER

werden inzwischen jährlich mit tesa® Stanzteilen verschlossen.

Handarbeit in der Produktionsstraße

Bisher mussten die Klebestanzteile manuell oder halbautomatisch appliziert werden.

WAHRE FLIEGENGEWICHTE IM VERGLEICH ZU STOPFEN

In der Automobilindustrie ist Effizienz das A und O. Gewicht in den Fahrzeugen zu reduzieren, ist nicht nur eine Pflicht, sondern zu einer Haltung geworden – für die Konstrukteure zählt jedes Gramm. Die tesa® Klebeband-Lösungen sind bis zu 85 % leichter als die herkömmlichen Stopfen.

Die Zukunft mit Klebeband-Lösungen gestalten

Und tesa geht noch einen Schritt weiter. Denn trotz der Erleichterung, die die Stanzteile bieten, ist das Verschließen der Löcher für die Produktionsmitarbeiter eine ergonomische Herausforderung. Die Löcher sitzen teilweise an schwer erreichbaren Stellen. Das erfordert von den Mitarbeitern unbequeme und zum Teil ungesunde Körperhaltungen bei der Verarbeitung. Die Lösung hierfür hat tesa gemeinsam mit Technologiepartnern entwickelt: einen Roboterkopf, der die Stanzteile vollautomatisiert und damit schneller aufbringen kann. Übrigens ist auch das ein entscheidender Wettbewerbsvorteil der Stanzteile gegenüber den Stopfen, die aufgrund ihrer vorgefertigten Formen und der unterschiedlichen Lochumrisse praktisch nicht oder bestenfalls nur teilautomatisiert in die Löcher eingebracht werden könnten.

Erleichterung in der Produktionsstraße

Der Roboterkopf appliziert die Stanzteile vollautomatisiert und hoch präzise.

Unser Roboter für die Lochabdeckung ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie tesa die Zukunft der Klebetechnologie mitgestaltet. Gemeinsam mit unseren Kunden entwickeln wir innovative Lösungen, die ihre Produktionsprozesse optimieren und so Mehrwert schaffen.

Dr. Norman Goldberg,
Vorstand Direct Industries,
tesa SE