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Karriere

Mit Standorttreue, Weltoffenheit und Lust am lebenslangen Lernen hat der Prozesstechniker Metin Yazici seinen Karriere-Mix gefunden.

Text

Jan Schütte

An den 19. August 1982 kann sich Metin Yazici noch sehr gut erinnern. Nicht, weil damals das Raumschiff „Sojus“ vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur ins All katapultiert wurde, sondern weil an dem Tag so etwas wie seine berufliche „Umlaufbahn“ bei tesa ihren Anfang nahm. Mehr als 37 Jahre gehört Yazici nun schon zum Unternehmen, heute arbeitet der 56-Jährige als Prozesstechniker im tesa Werk Hamburg-Hausbruch. Dabei war sein Eintritt beim Klebebandspezialisten alles andere als das Produkt langer Planung. Yazici kam als 16-Jähriger aus Samsun in der Türkei nach Deutschland. „Nach dem Abitur wollte ich eigentlich ein Ingenieursstudium anfangen, daraus wurde aber aus verschiedenen Gründen nichts. Dann gab mir ein Freund den Tipp, mich bei tesa zu bewerben und ich wurde genommen – ein Glücksfall“, betont Yazici.

Metin Yazici

arbeitet seit 1982 für die tesa SE, derzeit als Prozesstechniker Cleanroom Unit Industry im Werk Hamburg. Der 56-Jährige stammt aus der türkischen Stadt Samsun am Schwarzen Meer und lebt seit seinem 17. Lebensjahr in Hamburg. Er hat tesa in China insgesamt bereits dreimal besucht, um die Kollegen im Produktionswerk in Suzhou an Maschinen zu schulen.

3.000

Quadratmeter

umfasst die Reinraum-Einheit im tesa Werk Hamburg. Sie bildet den gesamten Entwicklungs- und Produktionsprozess ab und verfügt über Klebmassenveredlung, Beschichtungsanlage, Konfektionierung, Verpackung und Materiallager.

Quelle: tesa SE

Nach drei Monaten Maschinenführer

Bereits nach drei Monaten im Werk stieg Yazici zum Maschinenführer (siehe Kasten unten) in der Klebebandproduktion, unter anderem für den tesafilm®, auf. Bis heute hat er am Standort sechs Großanlagen betreut und zahlreiche technische Weiterentwicklungen mit vorangetrieben. Sein aktueller Einsatzort ist die hochmoderne Reinraum-Einheit, in der er unter anderem die Herstellung der dünnsten Tapes der Welt steuert. Diese messen nur 2 Mikrometer (µm) und werden für die Verklebung elektronischer Bauteile, beispielsweise in Smartphones, eingesetzt. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa 50 µm dick. „Es ist hier nie eintönig geworden, weil es immer neue Herausforderungen gab, die ich gern angenommen habe. Die Arbeit macht einfach Riesenspaß“, sagt Yazici rückblickend. 

Ich lerne noch jeden Tag dazu. Gemeinsam mit Kollegen Herausforderungen anzupacken und Prozesse zu verstehen, beflügelt meine Kreativität.

Metin Yazici, 
Prozesstechniker im tesa Werk Hamburg

Job Move: als Aufbauhelfer nach China

Sein ausgeprägtes Engagement und Know-how waren die Gründe, warum seine Vorgesetzten ihm 2005 anboten, das tesa Werk im chinesischen Suzhou mit aufzubauen. Für drei Monate lautete seine Aufgabe, die Kollegen im Reich der Mitte an einer Beschichtungsanlage für Klebebänder einarbeiten. Einziger Wermutstropfen: Yazici musste seine Frau und die beiden Kinder zuhause lassen – so wie auch bei zwei weiteren Einsätzen in China, gleich noch einmal 2005 und dann wieder 2015. Für die Chance, insgesamt sieben Monate seine Kompetenz nach Fernost exportieren zu dürfen, ist der erfahrene Spezialist dankbar: „Wir haben so viele gute Mitarbeiter bei tesa. Unter ihnen ausgewählt zu werden, war eine große Ehre für mich.“ Einen erneuten Auslandseinsatz könne er sich jederzeit wieder vorstellen, sagt Metin Yazici. Nicht nur, weil ihn tesa so gut dabei unterstützt hat, sondern auch, weil es in China menschlich stimmte: „Ich habe den Kollegen dort das Gefühl gegeben, für sie da zu sein, sie machen lassen, ihnen Freiräume gegeben. Dafür haben sie mich sehr gut aufgenommen.“ Trotz zahlreicher Parallelen zwischen chinesischer und türkischer Kultur, die Yazici entdeckte, kann er sich mit einer Sache bis heute nicht so recht anfreunden: mit Stäbchen zu essen.

Was macht ein Maschinenführer?

Als Maschinenführer bei tesa überwacht man fachlich die Produktion von Klebebändern an einer Anlage. Er ist unter anderem dafür verantwortlich, dass die Fertigung an einer technisch einwandfreien Anlage läuft, die Arbeitsausführung der Mitarbeiter den Qualitätsanforderungen entspricht, Sicherheitsvorschriften eingehalten werden, Prozesse dokumentiert werden, Störungen fachgerecht behoben und dokumentiert werden.

Lebenslanges Lernen 

Lernen und lernen lassen – das zieht sich wie ein roter Faden durch seinen langen Berufsweg. Dass Yazici eine ganz eigene Art Karriere bei tesa gemacht hat, sei ihm gar nicht so bewusst, sagt er bescheiden und verwundert zugleich. Für ihn viel wichtiger: „Ich lerne noch jeden Tag dazu. Gemeinsam mit Kollegen Herausforderungen anzupacken und Prozesse zu verstehen, beflügelt meine Kreativität.“ Entsprechend rät er Berufseinsteigern, Aufgaben ernsthaft, geduldig und neugierig anzupacken sowie offen für Fehler und Feedback zu sein. Und: „Nicht schon beim Kommen ans Gehen denken!“ Für Metin Yazici gilt eher die umgekehrte Devise, wie am Schluss dieses morgendlichen Gesprächs deutlich wird: Um 21:45 Uhr beginnt seine Nachtschicht als Maschinenführer – von Zeit zu Zeit hilft er bei personellen Engpässen an alter Wirkungsstätte aus. „Das tue ich gern für meinen Verein“, sagt Metin Yazici liebevoll und ist auch nach 37 Jahren bei tesa noch so motiviert wie am ersten Tag.

GESICHTER UND GESCHICHTEN

tesa bietet nicht nur vertikale, sondern auch horizontale Karrierewege. Wer sind die Mitarbeiter, die sich auf alternativen Pfaden erfolgreich weiterentwickelt haben? Was hat sie motiviert? Welche Tipps geben sie anderen? Diese und weitere Fragen stehen im Fokus dieser Artikel-Serie auf tesa.insights. In loser Reihenfolge porträtieren wir Protagonisten aus der vielseitigen Jobwelt bei tesa. Allgemeine Informationen zu tesa als Arbeitgeber:

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